Tradition, Glaube und Zusammengehörigkeit: Passionsprogramm in der kroatischen Mission Eisenstadt
Mitten in der Fastenzeit, in der sich die Gläubigen auf das größte christliche Fest, Ostern, vorbereiten, erlebte unsere kroatische Mission in Eisenstadt ein besonderes, spirituell reiches Fest. Wir wurden von einer besonderen Gruppe aus der Heimat besucht – den Studenten der Kultur- und Bildungseinrichtung aus Imotski, die einen Teil des kroatischen kulturellen und spirituellen Erbes ihres Landes nach Österreich brachten, das von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geschützt wird.
Am Sonntag, 16. März 2025, verspürte man während der regulären hl. Messe die Kraft und Schönheit der Tradition, und unsere Gäste prägten den Gottesdienst und gaben ihm durch ihre Lieder eine besondere Note. Die Stimmen voller Glauben und Emotionen führten uns durch die Lesungen der Messe, Gebete und Gesänge bereiteten unsere Herzen auf das vor, was als nächstes kam. Nach der hl. Messe gab es ein spezielles Passionsprogramm mit besonderem Schwerpunkt auf dem Gesang – dem alten musikalischen Phänomen des Singens dem „weinenden Herrn“ – und die Schauspieler führten Auszüge aus der dramatischen Darstellung der „Passion unseres Herrn Jesus Christus“ auf und erinnerten an die letzten Momente des Lebens Jesu. Dieser einzigartige Gesang lässt niemanden, der ihn erlebt, gleichgültig. Und tatsächlich war es fast unmöglich, nicht die Kraft dieser Stimmen zu spüren, Worte, die in die Seele eindringen und an die Bilder Jesu, aber auch an unseren eigenen Glauben und unsere Zugehörigkeit erinnern.
Für uns Gläubige kroatischer Herkunft hatte dieses Ereignis eine besondere Bedeutung. Es war ein Augenblick, in dem wir das Heimatland im Kleinen spürten – nicht nur durch die Kraft, sondern auch durch die Stille der Verbundenheit, der Tradition und des Miteinanders. Der Gesang war nicht nur ein künstlerisches Erlebnis, sondern auch eine spirituelle Erneuerung, eine Erinnerung an die Wurzeln, aus denen wir Kraft schöpfen. Deshalb sind wir der Diözese Eisenstadt besonders dankbar, die sich seit sechs Jahrzehnten selbstlos um die Gläubigen mit kroatischen Wurzeln kümmert und ihnen ermöglicht, ihren Glauben, ihre Sprache, Kultur und Identität zu bewahren.
Ohne die fleißigen Hände unserer Gemeinschaft – Männer, Frauen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die unermüdlich daran arbeiten, dass die Gemeinschaft im Glauben und in der Liebe lebt – wäre ein solches Ereignis sicherlich nicht möglich gewesen. Wir schulden ihnen unseren aufrichtigen Dank – für jedes Lachen, jede Hilfe, jede Mühe, die sie in die Organisation eines so besonderen Tages investiert haben. Unserem Pfarrer Fr. Božidar Blažević OFM, der seine Gemeinschaft mit großer Liebe leitet, ein großes Dankeschön.
Aber dieser Gesang und das Passionsspiel erinnern uns auch an etwas noch Tieferes – den Weg Christi, der nicht einfach war, aber ein Weg der Liebe, der Hingabe und des Sieges über die Dunkelheit. Sein Leiden zeigt uns, dass das Leiden nicht das Ende der Geschichte ist, dass das Kreuz nicht das letzte Wort ist, dass nach der Nacht wieder der Tag kommt und nach dem Tod die Auferstehung. Heute sind wir auch mit unseren eigenen Kreuzen konfrontiert – Ängsten, Unsicherheiten, Versuchungen. Aber Jesus gibt uns darin Kraft. Er ging durch die Dunkelheit, damit wir im Licht gehen können. Deshalb sollen uns seine Worte ein Anhaltspunkt sein:
In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt. (Johannes 16,33)
Dieses spezielle Passionsprogramm war nicht nur eine Erinnerung an die Passion Christi – es war eine Ermahnung, niemals die Hoffnung zu verlieren und zu glauben, dass auch unser Golgatha zu Ostern hinführt.
Foto: Mag. theol. Martina Mihaljević
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